Vorurteile und Presse in Deutschland über Pahlavi

 

Ich bin froh, dass die Menschen im Iran die deutschsprachige Artikeln über Prinz Reza Pahlavi und seine Familie nicht lesen. Zum Glück können viele von ihnen nicht Deutsch. Sonst würden sie sich auch ähnlich wie ich total aufgewühlt fühlen. Die große Ähnlichkeit zwischen meisten deutschsprachigen und staatliche Medien im Iran was die Pahlavi angeht, ist beängstigend. Ich fühle mich ohnmächtig, wenn ich lese, wie oft auf Deutsch das Wort „umstritten“ mit dem Prinz Reza Pahlavi in Verbindung gebracht wird. Nie wurde z.B. über ein Reformist wie Ruhani das Wort umstritten verwendet. Obwohl die Mehrheit der Bevölkerung im Iran die Reformisten als „hinterhältig und verbrecherisch“ bezeichnen. https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_101078364/proteste-im-iran-schah-sohn-reza-pahlavi-und-seine-umstrittene-rolle.html

Die Bilder, die von Reza Pahlavi in manchen Deutschen Medien wie Tagesschau veröffentlicht wurden, waren nicht wohlwollend ausgesucht. https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-proteste-schah-100.html

Sein Alter und die Zeit, die er fern von Iran lebt, wird dermaßen kritisch formuliert, als ob er absichtlich seit 47 Jahre im Exil lebt.  https://www.deutschlandfunk.de/iran-experte-vali-nasr-hat-zweifel-dass-schah-sohn-pahlavi-ein-zentraler-akteur-eines-wandels-im-lan-104.html

Das ist kein Verbrechen, dass er nun 65 Jahre alt ist.

https://www.kleinezeitung.at/politik/aussenpolitik/20473229/ist-reza-pahlavi-der-retter-des-iran-oder-eine-marionette-der-usa

Ein Grund, warum Prinz Reza Pahlavi nie all die Jahre in den Iran zurück kehren konnte, ist das pahlavi- feindliche Regime in Teheran. Die Khomeini-Verbündete weltweit wollten das Regime bisher nie stürzen, sondern es nur reformieren. Auch Deutschland ging immer mit dem Regime in Teheran kompromissvoll um. Deshalb sollten sich auch Iranexperten in Deutschland eher freuen, dass Reza Pahlavi trotz dieser Hindernissen immer noch die Hoffnung auf Rückkehr in seiner Heimat nicht verloren hat. Die Iranexperten, die über jeden Schritt von Reza Pahlavi auf dem Weg der Rettung Irans ihn kritisieren, sollten wissen, dass sie durch ihre pessimistische Kritik über Pahlavi, die Hoffnung der unterdrückte Bevölkerung im Iran auf die Befreiung nehmen.

Texte und Meinungen der deutschsprachigen Journalisten und Iranexperten, die ich heute las, waren parteiisch und vorurteilsbehaftet. Sie haben mir besonders heute sehr wehgetan, vielleicht deshalb weil ich vorher die persischsprachige Berichte über die jetzigen Toten und Verletzten gelesen hatte. Weil ich aktuelle Videos und Bilder gesehen hatte, die Menschen im Iran filmen. Da lagen viele Leichen in schwarzen Säcken auf dem Boden. Leichen von Demonstranten, die für ihre Menschenwürde auf die Straßen gingen und mit ihrem Leben, ein hoher Preis dafür bezahlten. Die Trauernden, die auf der Suche nach ihren vermissten Angehörigen von Leiche zu Leiche gingen, lassen mich nicht los. Dabei bin ich mir ganz sicher, dass die große Mehrheit dieser Getöteten, auf der Straße nach Pahlavi gerufen haben. Denn es ist strafbar etwas Positives über Pahlavi zu sagen, geschweige denn diese zurückzufordern.

Deshalb fühlten sich heute noch viel mehr als sonst die herablassenden, anmaßenden Berichterstattungen und Andeutungen auf Deutsch, über Prinz Reza Pahlavi wie ein Schlag ins Gesicht. Als ob deutschsprachige Medien und Journalisten indirekt den Getöteten und deren Angehörigen im Iran sagen würden, dass „sie für eine umstrittene Person ihr Leben verloren haben. Für etwas wertloses. Für eine schwache Person, auf die kein Iraner sich verlassen kann. Der Sohn eines Diktators!“ Als ob Menschen im Iran sich nur Diktaturen als Führer aussuchen würden. Als ob Menschen im Iran eine falsche politische Meinung vertreten würden. 

Dabei haben die deutschsprachige Medien das, was die Freiheitssuchenden Demonstranten in Irans Straßen rufen, zu respektieren. Zu akzeptieren. Alles andere wäre nicht die Meinung der Menschen im Iran, die seit 47 Jahre in einem Alptraum leben müssen, der u.a mit Unterstützung der westlichen Staaten, wie Deutschland zustande gebracht wurde.

Fakt ist, dass Schah ab 1979 die Erdöl-Verträge nicht mehr verlängern wollte, wenn die Preise nicht angemessen erhöht werden würden. Nachdem Khomeini in seinem französischen Exil seinen ausländischen Helfern wie Jimmy Carter versprochen hatte, dass auch nach dem Sturz der Schachregierung, USA weiter wie gewöhnt, Irans-Erdöl bekommen würden, verlor Schah seine westliche Unterstützungen

Viele junge Menschen im Iran beschäftigen sich seit Jahren mit der manipulierten Geschichte über die Zeit vor der Revolution. Sie wissen, dass es zwar politische Gefangenen in der Schahzeit gegeben hatte, aber bei weitem ist dies nicht der wahre bzw. der einzige, wichtigste Grund, warum Schahregierung gestürzt wurde. In den letzten Monaten von Schahzeit gab es überhaupt gar keine politische Gefangene mehr. Trotzdem wollten Khomeini und seine bewaffneten Anhänger, eine islamische Regierung. 

Die komplexe Geschichte der islamischen Revolution, die Beweggründe verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen zu vereinfachen und ständig dasselbe wiederholen und Schah als Sündenbock herhalten, ist genaus das, was Khomeini-Anhänger sich wünschen.